Die Letzte

Ihr seid das Letzte!

Gestern habe ich meine letzte Schachtel Zigaretten gekauft. Völliger Verzicht wäre noch zu qualvoll gewesen, so habe ich noch einmal nachgegeben.

Die Wirkung der Tabletten ist faszinierend und lässt mich die unangenehmen Nebenwirkungen nahezu vergessen. Gestern fünf, heute vier Zigaretten. Mittlerweile bin ich recht optimistisch und habe mehreren Leuten von meinem Vorhaben erzählt. Zu Beginn, als ich selbst noch nicht daran glaubte und Gefahr lief, irgendwann Versagen zugeben zu müssen, war es eine Sache, die außerhalb des Internets bzw. mit Leuten, die ich persönlich kenne, nicht kommuniziert, sondern bestenfalls mal gestreift wurde. Mittlerweile habe ich damit keine Probleme mehr und verkünde nötigenfalls jedem gegenüber, dass ich mit dem Rauchen aufhöre. Die verblüfften Gesichter gefallen mir.

Die Übelkeit tritt nur morgens auf. Vermutlich kommt mein leerer Magen mit der Chemie nicht zurecht. Die Schwindelanfälle sind weniger geworden. Allerdings muss ich ab morgen die blauen Tabletten mit der vollen Dosis nehmen, sodass sich das in den nächsten Tagen noch einmal wiederholen könnte.

Es gibt auch eine Nebenwirkung, die ich als durchaus positiv empfinde: Die – ich nenne sie mal euphemistisch – „Depressive Verstimmung“ der vergangenen Wochen hat sich fast in Luft auf gelöst. Diese Tabletten tauchen mich den ganzen Tag in eine Leck-mich-am-Arsch-Grundstimmung. Anfangs war auch das viel stärker, mittlerweile lässt es nach. Aber ich empfinde das als angenehm, weil diese Stimmungsschwankungen der Tage zuvor auf Dauer doch ein wenig anstrengend sind. (Und das wahrscheinlich nicht nur für mich…)

Aufgefallen ist mir außerdem, dass ich weniger Kaffee trinke, da auch diese Gier nicht mehr so stark ist. Dafür trinke ich umso mehr Wasser. Das ist sicherlich nicht die schlechteste Nebenwirkung.

Die mit Spannung erwarteten „abnormen Träume“ sind bisher ausgeblieben. Ich schlafe tief und fest und ohne Unterbrechung, wenn auch etwas wenig.

6 Kommentare:

  1. Klingt ja wirklich toll. Ist das Schlafen wie Du es jetzt beschreibst gegenüber vorher verändert? Und, welche Aussagen/Prognosen gibt es zum Thema „hinterher“?

    • Der Schlaf hat sich insofern geändert, als dass ich jetzt zwar weniger, dafür aber tief und fest und vor allem durch schlafe. Zuvor bin ich öfter wach geworden und fühlte mich morgens nicht unbedingt besser als abends.

      Hinterher … hm. Da ich bisher noch nicht einmal „richtig drin“ war, habe ich mir bisher wenig Gedanken gemacht, wie ich wieder raus komme. Aber es wird wohl so sein, dass man die Tabletten ausschleichen muss. Und es werden wohl noch einmal Entzugserscheinungen kommen.

      Außerdem habe ich die Befürchtung, ein militanter Nichtraucher zu werden. *g*

      Achja, heute habe ich keine einzige geraucht. Mein Stichtag ist aber erst morgen! :-)

  2. Das mit dem Schalfen klingt pima. Es fragt mich jetzt nur, ist das von der zugeführten oder von der weggelassenen Chemie???

    Ein bisschen erschreckt mich die Geschwindigkeit des Erfolges. Mir scheints, als läuft es gerade mal eine Woche. Vermutlich sinds aber schon 2? (Ich bräuchte ja nur nachzuschauen, aber dann hätt ich nix zum schreiben ;o))))

  3. Ich glaube schon, dass der Schlaf von der zugeführten Chemie kommt, weil er nämlich exakt mit der Tabletteneinnahme einsetzte. Wenn das nicht die Ursache ist, dann ein Placebo-Effekt. ;-)

    Um dir das Nachschauen zu ersparen: Am Freitag war es genau eine Woche, jetzt bin ich in der zweiten. Meine letzte Zigarette habe ich somit genau eine Woche nach Beginn der Therapie geraucht. :-)

    (Und ich kann es immer noch nicht glauben, jetzt Nichtraucher zu sein…)

    • Na dann bin ich ja mal gespannt, wie’s weitergeht. Glauben kann ich es übrigens auch noch nicht. Es dürfte wohl niemanden in Deiner Umgebung geben, dem das leicht fiele ;o)

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