Reform der Reform der Reform der Reform der …

Denk ich an Deutschland in der Nacht
Bin ich um meinen Schlaf gebracht

Die bösen Arbeitslosen werden immer teurer. Wie können sie es auch wagen einfach keine Arbeit zu haben. Dafür müssen sie natürlich weiterhin bestraft werden, durch Leistungsverweigerung, Kontrollen, Datenabgleich usw.

Zum x-ten Mal stellt sich mir die gleiche Frage: Warum kommt eigentlich keiner auf die Idee, einfach Arbeitsplätze zu schaffen? Und zum x-ten Mal komme ich zum gleichen Ergebnis: Weil es einfacher ist auf das einzuprügeln, was man nicht haben möchte. Wo kämen wir denn da hin, wenn sich hierzulande zur Abwechslung mal wieder jemand mit einem Problem ernsthaft auseinandersetzt und die Ursachen bekämpfen möchte.

In den knapp 1,5 Jahren, die mein Leben nun schon von den geistigen Ergüssen eines Peter Hartz beeinflusst wird, konnte die Agentur für Arbeit mir und meinem Mitbewohner kein einziges reguläres Arbeitsverhältnis zur Disposition stellen. Dafür diskutiert man nun schon zum dritten Mal mit uns, ob unsere Wohnung zu groß ist oder nicht, diesmal sogar schriftlich. Sollte man uns tatsächlich zum Umzug zwingen, würde es übrigens nicht unerheblich teurer für die Agentur, da zwei Wohnungen kaum zu der Kaltmiete zu haben sein werden, die wir hier bezahlen, außerdem der Status der Bedarfsgemeinschaft wegfiele und dadurch der volle Regelsatz nebst Alleinerziehendenzuschlag fällig würde. Aber das nur am Rande.

Ich kann die Anzahl der verschiedenen Mitarbeiter schon nicht mehr zählen, die sich mit mir und meinem Mitbewohner in den vergangenen 1,5 Jahren befasst haben. Vielleicht könnte eine Innenrevision der Agentur für Arbeit den einen oder anderen Euro Kosteneinsparung bringen. Gleichzeitig würde dem teilweise extrem arroganten und unfreundlichen Mitarbeiterstab dann auch mal bewusst, dass keiner von ihnen davor gefeit ist, irgendwann auf der anderen Seite des Schreibtisches zu sitzen und festzustellen, dass das Gras da drüben doch ein wenig grüner war.

Lediglich einen Mitarbeiter habe ich noch nicht kennengelernt:

Der Fallmanager

4 Kommentare:

  1. Hey dark* :-)

    Als ich im letzten Jahr den Kurs „Zukunftswerkstatt“ machte (setzte sich aus freiwilligen Teilnehmern und 1€-Jobbers als Qualifizierung zusammen), fragte mich die Dozentin eines Tages, was mein Fallmanager denn so meint. Meine Antwort, den bis September noch nie getroffen zu haben, liess sie praktisch umkippen *g* Habe dann auf Anfrage Mitte Oktober den Termin bekommen und muss sagen – ich hab ne richtig freundliche bekommen :-)
    Die erklärte mir auch, weshalb ich noch nix gehört hatte – die Fallmanager seien angewiesen worden, sich erstmal um alle U25 zu kümmern, die hätten Vorrang.

    Viele Grüsse aus Berlin!
    senseless

    • Das Gesetz schreibt den Vorrang der U25-Jährigen vor, insofern hat die Frau Fallmanagerin Recht.

      Vielleicht würde ich meinen Fallmanager – so es ihn denn gibt – auch kennenlernen, wenn ich darauf bestehen würde. Aber ich habe keine Veranlassung, dies zu tun. Denn Jobs haben die Leute von der BA auch nicht und daher sehe ich nicht wirklich einen Sinn darin, dem Fallmanager auf die Nerven zu fallen. Genau das tut man hier nämlich, wenn man es wagt die BA bzw. ARGE aufzusuchen.

      • Schon klar, es gab ja auch einen konkreten Anlass, die gute Frau zu belästigen ;-)
        Brauchte eine Zusage, wenn ich eine Stelle finde, die im gegebenen Rahmen als Alltags- und Belastungserprobung laufen würde.

        Kannst du mir aber erklären, wozu wir ALG2ler 2 Menschen haben, die sich mit uns beschäftigen? Einmal den Fallmanager für den Jobbereich und einmal wen in der Leistungsabteilung.
        Sind die Beschäftigten der ARGE heute nicht (mehr?) in der Lage, einen „Fall“ von A bis Z zu bearbeiten?

        • Du hast nur zwei Sachbearbeiter? Da ist deine lokale BA aber trotz Hartz IV noch gut organisiert! (Als wir noch quasi Nachbarn waren, fiel mir auch schon auf, dass die da besser organisiert sind als hier.)

          Allein hinsichtlich der Wohnkosten haben wir innerhalb einer Woche zwei Briefe von zwei verschiedenen Sachbearbeitern bekommen, von denen sich der eine um die Kaltmiete, der andere um die Nebenkosten kümmert. Außer am Empfang habe ich seit Einführung vom ALG II noch nie zweimal den gleichen Sachbearbeiter zu Gesicht bekommen.

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