Drama beim Friseur

Für Montag war der Tag festgesetzt, an dem sich das darkinchen die Haare schneiden lässt. Ich lieferte sie beim Friseur ab und nahm meinen Zahnarzttermin wahr. Als ich zum Friseur zurück kam, waren gerade die blonden Strähnen fertig und es wurde mit dem Schnitt begonnen. Die ursprünglich fast bis zum Hintern reichenden Haare wollte das Kind stufig geschnitten haben, in der Länge nur noch bis knapp über die Schulter.

Als die Friseurin die erste Strähne abschnitt, klingelte das Telephon und eine Arbeitskollegin meldete sich krank, was bei der Dame einen mittleren Wutanfall auslöste, den sie aber noch unter Kontrolle brachte. Während die zweite Strähne zu Boden fiel, klingelte erneut das Telephon. Ich weiß zwar nicht so genau, worum es ging, aber die Reaktion der jungen Frau hat Eindruck hinterlassen. Sie kam zurück an den Stuhl, nahm die dritte Strähne in die Hand, brachte gerade noch ein „Sorry!“ hervor und rannte in den Raum für die Angestellten. Mein Kind und ich sahen uns fragend an.

Kurz darauf kam sie schniefend zurück mit rotverheulten Augen und nahm mit zitternden Händen die Haare vom darkinchen wieder in die Hand. Du lieber Himmel! Die Frau stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch, stammelte noch eine Entschuldigung und versuchte sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren.

Ich fand die Situation eher tragikomisch, musste mir das Lachen verkneifen und konnte mich nicht entscheiden, was schlimmer ist: Von diesem Nervenbündel die Haare schneiden lassen oder mit nassen, teilweise geschnittenen Haare durch die Stadt zu laufen und einen anderen Friseur zu suchen, der nach Erläuterung der absurden Situation das Werk vollendet.

Während ich immer noch bemüht war, die Situation vollständig zu erfassen und als wahr zu akzeptieren, nahm die neue Frisur vom darkinchen langsam (und schweigend) Gestalt an. Zur Ehrenrettung der jungen Dame muss man sagen, dass sie ihre Arbeit wirklich gut gemacht.

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