Entmündigung

Wenn ich noch einmal zur Wohnungstür renne um zu sehen, wer da klopft, damit mir dort erst wieder einfällt, dass in der Erdgeschoss-Wohnung renoviert wird, was die Klopfgeräusche verursacht, stelle ich einen Antrag auf Entmündigung.

Gleiches gilt für folgende Fälle:

  • in $Raum laufen und dort angekommen nicht mehr wissen, was ich da eigentlich wollte;
  • nachts gucken, wer in der Küche ist, um dann zu realisieren, dass nur der Kühlschrank läuft und dabei knackst;
  • den Kater in der Speisekammer vergessen und anschließend Angst bekommen, weil vermeintliche Einbrecher sich am Schloss zu schaffen machen;
  • vergeblich die Toilette im Bad suchen;
  • Panik-Anfälle bekommen beim Anblick der vor acht Monaten an die Wand gemalten Spinne;
  • den Mitbewohner fragen, was er hier will (Der wohnt hier!).

5 Kommentare:

  1. Der Arbeitslosen-Koller ist kein Grund für eine Entmündigung. Hast du schon mal daran gedacht, dich irgendwo ehrenamtlich zu betätigen? Sowas kann sehr heilsam sein. Gruß, Michael

    • Oh, ich bin auch so, wenn ich arbeite. Möglicherweise kann ich das ab nächster Woche auch wieder unter Beweis stellen bei einem 1-Euro-Job, für den ich mich gestern in einer paritätischen Einrichtung beworben habe und am Montag erfahre, ob und wann ich anfangen kann. :-)

      • So wichtig die 1-Euro-Jobs auch sind, sie sind kein vollwertiger Ersatz für richtige Stellen, und das wird sicherlich auch dein Unterbewusstsein so sehen. Trotzdem viel Glück ;-)

        • Die 1-Euro-Jobs dienen eigentlich nur der Beschönigung der Arbeitslosenstatistik, denn aus eben jener fallen die 1-Euro-Jobber raus.

          Da ich weder mein Selbstbewusstsein noch meinen Lebensinhalt über eine versicherungspflichtige Tätigkeit definiere, ist es meinem Unterbewusstsein relativ wurscht, was für eine Stelle ich habe. Für mich ist es auch nicht wichtig, was ich tue, sondern wie ich mich dabei fühle. In der richtigen Umgebung übernehme ich auch freiwillig die Aufgabe einer Frankiermaschine, ohne dass es mir etwas ausmacht.

          • Lucky you. Das funktioniert bei mir nur, wenn ich weiß, dass ein Lebensabschnitt ein absehbares Ende hat.

            So schlecht finde ich die 1-Euro-Jobs gar nicht. Vor allem die Möglichkeit, einen Vertrag über 12 Monate abschließen zu können – was wieder einmal von der Journaille verschwiegen wird – öffnet Wege aus der Arbeitslosigkeit heraus. Bei meiner letzten Stelle waren die ersten 12 Monate zu 75% BSHG-subventioniert, danach übernahm der Arbeitgeber das volle Gehalt (samt Nebenkosten), und gäbe es keinen Kündigungsschutz für überflüssig gewordene Mitarbeiter, hätte ich diese Stelle auch heute noch. Allerdings gebe ich dir recht, was den eigentlichen – inoffiziellen – Sinn und Zweck der 1-Euro-Jobs angeht. Aber besteht die Kunst des Lebens nicht auch darin, aus Scheiße Schokolade machen zu können?

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